Inlaid-Linoleum ist eine Linoleum-Sorte mit einem gleichmäßig durch die gesamte Dicke des Belags gehenden mehrfarbigen Muster; in Mengen hergestellt wurde sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Für die Architekten der Zeit - Peter Behrens, Bruno Paul, Albin Müller, Josef Hoffmann, Henry van de Velde, Richard Riemerschmidt u.a. - war das Entwerfen von Linoleummustern eine lustvolle Fingerübung.
Inlaid-Linoleum „Anker-Marke“, Dessin 4101, Codewort: Stendal, Delmenhorster Linoleumfabrik
Inlaid-Linoleum wurde hergestellt aus Waltonzement unter Beimengung von Holzmehl, Farb- und Füllstoffen („inlaid“ = engl. eingelegt, eingefüllt). Verschiedene, sehr feinkörnige Linoleumgrundmassen wurden durch Zinkblechschablonen, die mit mustergemäßen Durchbrechungen, das heißt mit kleinen Löchern versehen waren, einzeln auf das Juteträgergewebe aufgetragen und zu der jeweils gewünschten buntfarbigen Linoleumbahn zusammengeschichtet. Anschließend wurde die Grundmasse auf einer hydraulischen Flachdruckpresse, der „Inlaid-Presse“, zusammengepresst. An das Pressen schloss sich das „Glätten“ in einer zweiten Flachdruckpresse an. Die Musterseite des Linoleums wurde dabei mit festem Paraffin eingerieben oder mit Paraffinöl bestäubt und nachgeglättet.
Schlüsselmarke, Inlaid Nr. 4710, Musterung und Farben durchgehend haltbar, Bremer Linoleumwerke Delmenhorst
Da das Muster durch die gesamte Dicke der Linoleumbahn verlief, konnte der Mustereffekt auch bei starker Abnutzung des Belags nicht verloren gehen. Als Muster wurden meist feine geometrische oder florale Elemente, oft auch architektonische Flächenmuster in zwei oder mehreren Farben oder vielfarbige teppichartige Motive gewählt („Perserteppiche“ hatten bis zu 18 Farben).
Quelle: Roland A. Hellmann, Bauwelt 34/07