Die Erfindung von Linoleum Patent Nummer 3210/1863

Sie kennen amüsantere Konsequenzen schlafloser Nächte. Doch kaum so stilprägende.

Seit 1863 bilden sie die Grundsubstanz von Linoleum: Leinöl, Korkmehl und Harze.

Wir wissen nicht, wie viele durchwachte Nächte der englische Chemiker Sir Frederick Walton hinter sich hatte, bevor sein Indian Rubber Substitute reif zur Patentanmeldung war. Es müssen einige gewesen sein. Nächte, zunächst geprägt durch die stete Abfolge von Optimismus und Fehlschlägen. Aber auch vom unerschütterlichen Willen zum Erfolg. Von einer Kompromisslosigkeit, der selbst Niederlagen nichts anhaben konnten.

Auf ein Jute-Gewebe aufgewalzt und getrocknet, bildet die zähe Masse einen strapazierfähigen Bodenbelag.

Dass sich sein Patent mit der Nummer 3210/1863 hervorragend als
Bodenbelag eignen würde – eigentlich stammte diese Erkenntnis nicht von
Walton selbst. Er folgte dem Rat von Geschäftspartnern und ließ seine
Leinöl-Masse auf ein Jute-Gewebe aufwalzen und trocknen, und schuf
damit einen der stilprägendsten Bodenbeläge der Neuzeit, der schon bald
zu einem Klassiker der Moderne avancierte: konsequent ökologisch,
authentisch und kompromisslos ästhetisch.

Auch der Name „Linoleum" leitet sich ab von seinen wichtigsten Bestandteilen Lein (lat. linum) und Öl (lat oleum).

Ein halbes Jahrhundert später war mit dem gefeierten Werkstoff des beginnenden 20. Jahrhunderts ein weiterer Name untrennbar verbunden: die Deutschen Linoleum Werke (DLW). Heute sind sie durch den Zusammenschluss mit Armstrong einer der größten Bodenbelaghersteller weltweit mit einem Angebot, das weit über das Erbe Waltons hinausgeht.